Bündelungskonzept



Das Bündelungskonzept


Motivation

Energieeffizienz-Projekte in der Industrie haben die Besonderheit, dass diese meist nicht Teil des Kerngeschäfts des produzierenden Unternehmens sind und somit oft zusätzliches Wissen für die Bewertung der Effizienzpotentiale sowie der Umsetzung der Effizienz-Maßnahme erfordern. Sind bereits Energieeffizienz-Projekte mit positiver Rendite identifiziert worden, führt die meist längere Amortisationszeit im Wettbewerb mit Investitionen wie z. B. in Produktionsmittel nicht immer zur Umsetzung. Eine Fremdfinanzierung ist aufgrund der meist kleinen Investitionsvolumina für Finanziers unattraktiv.

Um diese Hemmnisse zu adressieren, ist das Bündelungskonzept entwickelt worden.


Was ist das Bündelungskonzept?

Das Bündelungskonzept hat solche produzierenden Unternehmen (Anwender) als Zielgruppe, die sich keinen Vollzeit-Energiemanager leisten können, wie z. B. KMUs. Zentrales Element des Bündelungskonzepts ist ein Aggregator mit Energieeffizienz- und Finanz-Expertise, der für viele Unternehmen (Anwenderbündel) die Rolle eines „eigenen“ Energiemanagers übernimmt, d. h. von der Identifikation von Energieeffizienz-Potentialen über die Planung, Angebotseinholung[1] und Verhandlung mit Finanziers und Contractoren mit Einspargarantie bis hin zur Abnahme und Überwachung der Einsparung. Da der Aggregator unternehmensübergreifend rentable Energieeffizienz-Maßnahmen[2] ermittelt, kann er bestimmte Maßnahmen sinnvoll zu Bündeln zusammenfassen. Dadurch werden höhere Volumina erreicht und der Aggregator kann bei Verhandlungen mit Finanziers und Contratoren bspw. über Rahmenverträge bessere Konditionen erzielen.


[1] Finanzierungsangebote können über die Finanzierungsplattform effinvest eingeholt werden.

[2] Zur Einschätzung der Rentabilität von Energieeffizienz-Maßnahmen kann der Aggregator die Performance-Datenbank (mit Daten zum Energieverbrauch nach Umsetzung der Maßnahme) heranziehen.


Wozu das Bündelungskonzept?

  • Transaktionskostenminimierung für alle Beteiligten der Anwendergruppe, Finanziers und Contractoren durch die Bündelung durch den Aggregator.
  • Steigerung der Attraktivität von Energieeffizienz-Projekten für Anwender, da beim Anwender durch die Teilnahme am Anwenderbündel Energieeffizienz-Projekte vom Experten günstiger umgesetzt werden. So kann der Aggregator durch höhere Investitionsvolumina des Bündels bessere Konditionen für Anwender verhandeln.
  • Steigerung der Attraktivität von Energieeffizienz-Projekten für Finanzier, da höhere Finanzierungsvolumina durch Bündel erreicht werden können.
  • Risikominimierung für Anwendergruppe und Finanzier, da der Aggregator als neutraler Dritter den Contractor prüfen und überwachen kann.


Wie funktioniert das Bündelungskonzept?

Was sind die Vorteile? Welche Nachteile gibt es?

Vorteile für Anwender:

  • Durchgängige Projektleitung von einem kompetenten Energieeffizienz-Experten
    • Konzentration auf das Kerngeschäft
    • Ressourcenschonung von Zeit und Personal
    • Kein Wissensaufbau erforderlich
    • Risikominimierung durch die Rolle des Aggregators als „ICP QA Assessor“
  • Teilnahme an Anwenderbündel
    • Vergünstigte Einkaufskonditionen
    • Bessere Finanzierungskonditionen
  • Finanzierung der Maßnahme über Einsparung (keine Kapitalbindung)
  • Vorteile von Contracting (Risikominimierung)

Nachteile für Anwender:

  • Keine direkte Vorgabe bzgl. Umsetzungstermin von Maßnahmen
  • Keine freie Wahl des Contractors
  • Nachteile von Contracting (Vertragsbindung)

Vorteile für Finanzier:

  • Durchgängige Projektleitung von einem kompetenten Energieeffizienz-Experten
    • Konzentration auf das Kerngeschäft
    • Risikominimierung durch die Rolle des Aggregators als „ICP QA Assessor“
  • Finanzierung von Maßnahmenbündel
  • Geringerer Akquiseaufwand
  • Risikodiversifikation durch Bündelung

Nachteile für Finanzier:

  • Erhöhter Aufwand für Bonitätsprüfung

Vorteile für Contractor:

  • Durchgängige Projektleitung von einem kompetenten Energieeffizienz-Experten
    • Konzentration auf das Kerngeschäft
    • Risikominimierung durch die Rolle des Aggregators als „ICP QA Assessor“
  • Umsetzung von Maßnahmenbündel
    • Geringerer Akquiseaufwand

Nachteile für Contractor:

  • Kontrolle durch den Aggregator

Wie kann ich aktiv werden?

Anwender: Ideal wäre die Bereitschaft, den Energiebereich einem Energieeffizienz-Experten anzuvertrauen.

Aggregator: Ideal eignen würde sich ein Energieeffizienz-Netzwerk-Moderator, der in mehreren Energieeffizienz-Netzwerken tätig ist.

Finanzier: Ideal eignen würde sich eine Finanzinstitution als Träger eines Energieeffizienz-Netzwerks, da hier dem Finanzinstitut die Bonität der teilnehmenden Netzwerk-Unternehmen bekannt ist (Prüfaufwand entfällt).

Ein Beispiel für eine Umsetzung des Bündelungskonzepts auf Basis von Energieeffizienz-Netzwerken finden Sie hier.

Sollten Sie Interesse an einer Pilotierung des Bündelungskonzepts haben, melden Sie sich gerne:

Wir freuen uns auf Sie!